PATIENTENVERFÜGUNG
VORSORGEVOLLMACHT

Mit einer schriftlichen Patientenverfügung können Patienten vorsorglich medizinische Maßnahmen festlegen oder ausschließen für den Fall, dass sie sich nicht mehr selbst dazu äußern können. Eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Anordnung ist die dynamische Patientenverfügung nach dem Modell „BVP“.

In einem Dialog mit einem geschulten Gesprächsbegleiter werden dabei klare Behandlungsentscheidungen getroffen. Beinhaltet ist auch eine mit einem Arzt gemeinsam ausgearbeitete „ÄNo“, eine ärztliche Anordnung für den Notfall, nach der sich Rettungs-Teams richten sollen.

Die Möglichkeit einer solchen vorausschauenden Vorsorgeplanung ist für Heimbewohner im Hospiz-und Palliativgesetz verankert, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Wer sich abseits dieser Bedingungen für eine Verfügung nach dem Modell „BVP“ interessiert, erhält entsprechende Informationen beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

Während Ehegatten und Lebenspartner nach der neusten Gesetzgebung in Angelegenheiten der Gesundheitssorge bevollmächtigt sind, ist dies etwa bei erwachsenen Kindern nicht selbstverständlich der Fall. So dürfen sie keine Bankgeschäfte erledigen oder über medizinische Behandlungen bestimmen. „Es ist wichtig, frühzeitig einen Vorsorgebevollmächtigten einzusetzen“, empfiehlt Dr. Igmar Hornke, Geschäftsführer des Würdezentrums. Entsprechende Formulare gibt es unter anderem auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. So ist festzulegen, wer den Betroffenen in seinen Angelegenheiten bei Geschäftsunfähigkeit vertreten soll, damit eine vom Gericht angeordnete Betreuung vermieden wird. Dabei kann in einzelnen Bereichen, etwa nach Gesundheitssorge, Aufenthalt oder Vermögenssorge differenziert werden.